Grundprinzipien der automatischen Argon-Lichtbogenschweißtechnologie
Beim automatischen Argon-Lichtbogenschweißen, oft auch als automatisiertes WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgas-Schweißen) bezeichnet, wird zur Herstellung der Schweißnaht eine nicht verbrauchbare Wolframelektrode verwendet. Der Prozess zeichnet sich durch die Verwendung von Argongas aus, um das Schweißbad vor atmosphärischen Verunreinigungen wie Stickstoff und Sauerstoff zu schützen, die zu Porosität und Sprödigkeit führen können. In einer automatisierten Einrichtung werden die Schweißparameter – einschließlich Bewegungsgeschwindigkeit, Drahtvorschubgeschwindigkeit und Lichtbogenspannung – von einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) oder einem CNC-System gesteuert. Dadurch entfällt der beim manuellen Schweißen auftretende Faktor „zittrige Hand“ und es wird sichergestellt, dass der Wärmeeintrag über die gesamte Länge der Verbindung konstant bleibt.
Die Integration der Automatisierung ermöglicht spezielle Techniken wie das Impulsstromschweißen. Durch schnelles Umschalten zwischen einem hohen Spitzenstrom und einem niedrigeren Hintergrundstrom kann das System eine tiefe Eindringtiefe erreichen und gleichzeitig die gesamte Wärmeeinflusszone (HAZ) minimieren. Dieses Maß an Kontrolle ist besonders wichtig, wenn mit dünnwandigen Bauteilen oder wärmeempfindlichen Legierungen gearbeitet wird, bei denen Verzug und Verformung in der industriellen Fertigung die Hauptprobleme darstellen.
Schlüsselkomponenten eines automatisierten Argon-Lichtbogensystems
Präzisionsstromquellen
Das Herzstück des Systems ist eine wechselrichterbasierte Stromversorgung, die auch bei extrem niedrigen Stromstärken einen stabilen Lichtbogen aufrechterhält. Moderne Geräte verfügen über digitale Schnittstellen, die direkt mit der Automatisierungssteuerung kommunizieren, um Parameter in Echtzeit anzupassen.
Automatische Drahtvorschubgeräte
Im Gegensatz zum manuellen WIG-Verfahren, bei dem der Bediener den Schweißdraht von Hand hinzufügt, verwenden automatische Systeme einen Kalt- oder Heißdrahtvorschub. Diese Einheiten liefern eine kontinuierliche Zufuhr von Schweißzusatzwerkstoff mit einer programmierten Geschwindigkeit und stellen so sicher, dass die Schweißnahtverstärkung gleichmäßig und ästhetisch konsistent ist.
Brenneroszillations- und Nachführeinheiten
Um breitere Verbindungen oder Variationen in der Passform zu berücksichtigen, verwenden automatisierte Systeme häufig Oszillatoren, die den Brenner in einem programmierten Muster (Zickzack, Kreis oder Trapez) bewegen. Nahtverfolgungssensoren – entweder taktil oder laserbasiert – sorgen dafür, dass der Brenner perfekt auf die Verbindungsmitte ausgerichtet bleibt.
Technische Vorteile gegenüber manuellen Prozessen
Übergang zu automatisches Argon-Lichtbogenschweißen sorgt für erhebliche Verbesserungen sowohl der Ausgabequalität als auch der betrieblichen Effizienz. Die folgende Tabelle verdeutlicht die komparativen Vorteile in einer Produktionsumgebung:
| Funktion | Manueller Argonbogen | Automatischer Argonbogen |
| Schweißkonsistenz | Hohe Varianz (fähigkeitsabhängig) | Einheitlich und wiederholbar |
| Arbeitszyklus | 30 % – 50 % (Ermüdung des Bedieners) | Bis zu 100 % (kontinuierlich) |
| Fehlerrate | Mäßig bis hoch | Extrem niedrig |
| Produktionsgeschwindigkeit | Langsam/intermittierend | Hohe Geschwindigkeit/optimiert |
Kritische Parameter für optimale Schweißqualität
Um eine fehlerfreie Schweißung zu erzielen, ist eine präzise Kalibrierung mehrerer Variablen innerhalb der automatisierten Steuerung erforderlich. Bediener müssen diese Faktoren je nach Materialstärke und Legierungstyp abwägen:
- Gasdurchflussrate: Eine übermäßige Strömung kann Turbulenzen verursachen und Luft ansaugen, wohingegen eine unzureichende Strömung zu Oxidation führt.
- Geometrie der Wolframelektrode: Der Spitzenwinkel (Konus) bestimmt die Bogenform und die Eindringtiefe; Automatische Systeme erfordern aus Gründen der Konsistenz präzise geerdete Elektroden.
- Lichtbogenlängenkontrolle (AVC): Für die Spannungsstabilität ist die Einhaltung eines konstanten Abstands zwischen Elektrode und Werkstück von entscheidender Bedeutung.
- Reisegeschwindigkeit: Dies bestimmt den Wärmeeintrag pro Längeneinheit; Zu schnell führt zu mangelnder Fusion, während zu langsam zum Durchbrennen führt.
Anwendungen in modernen Hochpräzisionsindustrien
Die Nachfrage nach automatischem Argon-Lichtbogenschweißen ist in Bereichen am höchsten, in denen strukturelle Integrität und ästhetisches Finish nicht verhandelbar sind. In der Luft- und Raumfahrtindustrie wird es zum Schweißen von Triebwerkskomponenten und Kraftstoffverteilern aus Titan verwendet. Die Pharma- und Lebensmittelindustrie verlässt sich darauf, um „hygienische Schweißnähte“ in Edelstahl-Rohrleitungssystemen herzustellen, in denen jeder innere Vorsprung oder Spalt Bakterien beherbergen könnte.
Darüber hinaus nutzt der Automobilsektor automatisierte Argonlichtbogen für Abgassysteme und Hochdruck-Kraftstoffverteiler. Die Möglichkeit, diese Schweißzellen in größere Robotermontagelinien zu integrieren, ermöglicht es Herstellern, die Produktion zu skalieren und gleichzeitig die strengen Qualitätsstandards einzuhalten, die für sicherheitskritische Teile erforderlich sind.

