Verständnis der Mechanik des nahtlos gewalzten Ringschmiedens
Das Ringschmieden, insbesondere das nahtlos gewalzte Ringverfahren, ist eine spezielle Fertigungstechnik zur Herstellung hochfester, kreisförmiger Komponenten. Im Gegensatz zu geschweißten Ringen, die durch Biegen einer Stange und Verbinden der Enden geformt werden, werden nahtlose Ringe durch einen Prozess hergestellt, der mit einem massiven „Donut“ aus Metall beginnt. Dieser Vorformling wird zwischen einer Reihe von Rollen – einschließlich einer Hauptrolle, einer Umlenkrolle und axialen Kegeln – einem starken Druck ausgesetzt, der gleichzeitig die Wandstärke verringert und den Durchmesser vergrößert. Diese mechanische Verformung stellt sicher, dass der Kornfluss des Metalls in Umfangsrichtung ausgerichtet ist, was für eine hervorragende strukturelle Integrität und Ermüdungsbeständigkeit sorgt.
Die Rolle des Kornflusses für die Ringfestigkeit
Der Hauptvorteil des Ringschmiedens gegenüber dem Schleuderguss oder der maschinellen Bearbeitung aus Blech ist die Entwicklung eines kontinuierlichen Kornflusses. Während des Walzvorgangs wird die innere Kristallstruktur des Metalls neu ausgerichtet, um der Kontur des Rings zu folgen. Dadurch werden Schwachstellen eliminiert, wodurch die Komponente wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Stößen und Hochdruckumgebungen wird. Für Branchen wie die Luft- und Raumfahrt sowie die Öl- und Gasindustrie ist diese Richtungsstärke eine nicht verhandelbare Sicherheitsanforderung.
Kritische Materialauswahl für geschmiedete Ringe
Die Vielseitigkeit von Ringschmieden ermöglicht die Verwendung eines breiten Spektrums an Eisen- und Nichteisenlegierungen. Die Wahl des richtigen Materials hängt von den thermischen, chemischen und mechanischen Anforderungen der Endanwendung ab. Kohlenstoffstähle werden häufig für allgemeine Industrieflansche verwendet, während Superlegierungen für die extreme Hitze von Turbinenmotoren reserviert sind.
| Materialkategorie | Gemeinsame Noten | Primäre Anwendung |
| Kohlenstoffstahl | A105, 1045 | Rohrleitungsflansche und Zahnräder |
| Legierter Stahl | 4140, 4340 | Lager für schwere Geräte |
| Edelstahl | 304L, 316L, 17-4 PH | Lebensmittelverarbeitung und Marine |
| Superlegierungen | Inconel 718, Hastelloy | Komponenten für Strahltriebwerke |
Schritt-für-Schritt-Herstellungsablauf
Präzision beim Ringschmieden wird durch eine kontrollierte Abfolge thermischer und mechanischer Schritte erreicht. Jeder Schritt muss überwacht werden, um sicherzustellen, dass der endgültige Ring Maßtoleranzen und metallurgische Standards erfüllt.
- Aufregend: Der Ausgangsbarren oder Knüppel wird auf Schmiedetemperatur erhitzt und vertikal komprimiert, um seine Höhe zu verringern und seinen Durchmesser zu vergrößern.
- Piercing: Ein Stempel wird durch die Mitte des gestauchten heißen Metalls getrieben, um ein Loch zu erzeugen und den „Donut“ oder hohlen Vorformling zu bilden.
- Ringrollen: Der Vorformling wird über die Umlenkrolle gelegt und in Richtung der Antriebsrolle bewegt. Wenn sich die Rollen drehen, wird die Wandstärke gestaucht, wodurch sich der Durchmesser des Rings vergrößert.
- Wärmebehandlung: Nach dem Schmieden werden Prozesse wie Glühen, Abschrecken oder Anlassen angewendet, um die gewünschte Härte und Duktilität zu erreichen.
Industrielle Anwendungen und Vorteile
Ringschmieden wird in Bereichen bevorzugt, in denen ein Komponentenversagen keine Option ist. Da der Prozess den Materialabfall im Vergleich zur Bearbeitung eines Vollblocks minimiert (was zu einer großen Menge Ausschuss aus dem Mittelloch führen würde), ist er auch eine kostengünstige Lösung für die Massenproduktion von kreisförmigen Teilen.
Hauptvorteile geschmiedeter Ringe
- Hochdrucktoleranz: Ideal für Ring Type Joint (RTJ)-Flansche, die bei Tiefsee-Ölbohrungen verwendet werden.
- Hervorragende Oberflächenbeschaffenheit: Der Walzvorgang führt häufig zu einer glatteren und gleichmäßigeren Oberfläche als beim Freiformschmieden.
- Maßgenauigkeit: Moderne CNC-gesteuerte Ringmühlen können enge Toleranzen einhalten, wodurch die Notwendigkeit einer umfangreichen Nachbearbeitung reduziert wird.
- Wirtschaftlichkeit: Die endkonturnahe Produktion spart Rohmaterialkosten, insbesondere bei der Arbeit mit teuren Legierungen wie Titan.

